Was bedeutet Content Curation?
Content Curation bezeichnet den Prozess, bei dem zu einem bestimmten Thema bereits im Internet vorhandene Inhalte systematisch recherchiert, ausgewählt, eingeordnet und neu zusammengestellt werden. Ziel ist es nicht, fremde Inhalte einfach weiterzuverbreiten, sondern sie in einen neuen Zusammenhang zu setzen, zu kommentieren oder thematisch zu bündeln und so einen zusätzlichen Mehrwert für die Zielgruppe zu schaffen.
Typischerweise handelt es sich bei kuratierten Inhalten um Artikel, Videos, Fotos, Studien, Grafiken oder Social-Media-Beiträge, die aus unterschiedlichen Quellen stammen. Durch Auswahl, Struktur und Kontext entsteht daraus ein eigenständiger Content-Beitrag, der sich klar von den Originalquellen abgrenzt.
Abgrenzung zu eigenem Content und Content Aggregation
Content Curation ist weder die vollständige Eigenproduktion von Inhalten noch bloßes Sammeln von Links. Damit unterscheidet sie sich klar von verwandten Begriffen.
- Eigener Content: Inhalte werden vollständig selbst erstellt
- Content Aggregation: Inhalte werden ungefiltert gesammelt oder automatisch ausgespielt
- Content Curation: Inhalte werden bewusst ausgewählt, eingeordnet und kommentiert
Der entscheidende Unterschied liegt im redaktionellen Mehrwert. Content Curation lebt von Bewertung, Auswahl und Kontext – nicht von Masse.
Warum Content Curation im Content Marketing relevant ist
Im digitalen Raum stehen Zielgruppen vor einer Informationsflut. Content Curation hilft dabei, diese Komplexität zu reduzieren und Orientierung zu geben. Unternehmen oder Marketer übernehmen dabei eine Filter- und Einordnungsfunktion, die von Nutzern als hilfreich wahrgenommen wird.
Content Curation ist besonders relevant, weil sie:
- Zeit spart in der Content-Erstellung
- aktuelle Themen schnell aufgreifen kann
- thematische Kompetenz signalisiert
- regelmäßige Content-Publikation erleichtert
Gerade in dynamischen Themenfeldern wie Technologie, Marketing oder Bildung ist Content Curation ein effizientes Instrument, um relevant zu bleiben.
Content Curation als Mehrwertstrategie
Der Mehrwert von Content Curation entsteht nicht durch die Inhalte selbst, sondern durch deren Zusammenstellung und Interpretation. Ein kuratierter Artikel kann beispielsweise:
- verschiedene Perspektiven zu einem Thema bündeln
- widersprüchliche Aussagen einordnen
- Trends sichtbar machen
- Zusammenhänge erklären
So entsteht ein neuer Kontext, der über die ursprünglichen Einzelinhalte hinausgeht. Gute Content Curation beantwortet die Frage: Warum sind genau diese Inhalte jetzt relevant?
Typische Formate der Content Curation
Content Curation kann in unterschiedlichen redaktionellen Formen umgesetzt werden. Häufige Formate sind:
- thematische Übersichtsartikel oder Dossiers
- kommentierte Link- oder Ressourcenlisten
- „Best-of“-Zusammenstellungen
- Wochen- oder Monatsrückblicke
- kuratierte Newsletter
Auch Social Media eignet sich für Content Curation, etwa durch kommentiertes Teilen externer Inhalte. Entscheidend ist dabei immer die eigene Einordnung.
Rolle von Content Curation im Inbound Marketing
Im Inbound Marketing unterstützt Content Curation vor allem die frühen Phasen der Customer Journey. Zielgruppen suchen Orientierung, Grundlagen und Überblick. Kuratierte Inhalte helfen dabei, Vertrauen aufzubauen, ohne sofort eigene Lösungen zu platzieren.
Content Curation kann:
- Reichweite erzeugen
- Expertise und Marktkenntnis zeigen
- den Einstieg in tiefergehende Inhalte vorbereiten
Sie fungiert damit häufig als Brücke zwischen Aufmerksamkeit und vertiefendem Content.
SEO-Aspekte bei Content Curation
Reine Content Curation ohne eigenen Mehrwert ist aus SEO-Sicht problematisch. Suchmaschinen bewerten Inhalte nur dann positiv, wenn sie eigenständige Relevanz besitzen. Erfolgreiche Content Curation muss daher:
- eigene Texte, Kommentare oder Analysen enthalten
- klare Struktur und Überschriften bieten
- Mehrwert gegenüber den verlinkten Quellen liefern
Richtig umgesetzt kann Content Curation dennoch zur thematischen Autorität beitragen, insbesondere wenn sie regelmäßig und strategisch erfolgt.
Rechtliche und ethische Aspekte
Bei Content Curation ist der korrekte Umgang mit Quellen essenziell. Dazu gehören:
- klare Kennzeichnung und Verlinkung der Originalquellen
- keine unzulässige Übernahme vollständiger Inhalte
- Beachtung von Urheber- und Nutzungsrechten
Transparenz ist dabei nicht nur rechtlich notwendig, sondern stärkt auch die Glaubwürdigkeit des kuratierenden Absenders.
Typische Fehler bei Content Curation
Häufige Fehler sind:
- fehlende eigene Einordnung
- bloßes Kopieren oder Aneinanderreihen von Inhalten
- zu breite oder unscharfe Themenwahl
- mangelnde Aktualität der Quellen
In solchen Fällen verliert Content Curation ihren Mehrwert und wirkt beliebig.
Best Practices für wirkungsvolle Content Curation
Bewährt haben sich:
- klare thematische Fokussierung
- sorgfältige Quellenauswahl
- eigene Kommentare, Zusammenfassungen oder Bewertungen
- regelmäßige Aktualisierung
So wird Content Curation zu einem effizienten, glaubwürdigen und nachhaltigen Bestandteil der Content-Strategie.
Einordnung im Gesamtmarketing
Content Curation ist kein Ersatz für eigene Inhalte, sondern eine strategische Ergänzung. Sie hilft dabei, schnell relevant zu bleiben, Themen zu besetzen und Zielgruppen kontinuierlich mit Mehrwert zu versorgen. Richtig eingesetzt, stärkt Content Curation Reichweite, Vertrauen und Positionierung – ohne hohe Produktionskosten.
Weiterführende Quellen
- Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Content_curation
- Buch: Curation Nation – Steven Rosenbaum (Amazon)